Die spanische Partie

1.e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Sb8-c6 3.Lf1-b5

Ihr persönlicher Fortschritt:

In der spanischen Partie entwickelt Weiss mit 3.Lf1-b5 seinen Königsflügel und kann sofort kurz rochieren. Ausserdem übt er indirekten Druck auf den Bauern e5 aus, weil der Läufer den deckenden Springer auf c6 angreift.

Die Spanische Verteidigung wurde bereits 1561 in einem Buch des spanischen Priesters Ruy López de Segura analysiert. Heute ist sie die meistgespielte Variante nach den Zügen 1.e4 e5.

Die Hauptvariante führt zu strategisch anspruchsvollen Stellungen, die in vielen Weltmeisterschaftskämpfen gespielt wurden.

Selbst gegen Spanisch spielen

In den folgenden Diagrammen können Sie mit der Taste in die Grundstellung gelangen und von dort mit den Pfeiltasten und die Eröffnungszüge vor und zurück spielen.

Tippen Sie nachfolgend auf die Titel der Eröffnungen, um detailliertere Informationen zu erhalten.

Spanische Hauptsysteme

Spanische Hauptvariante: 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.0-0 Be7 6.Re1 b5 7.Bb3 d6 8.c3 0-0 9.h3

Die Spanische Hauptvariante ist einer der ganz großen Eröffnungklassiker im Schach. Weiss hat den Vorstoss des d-Bauern ins Zentrum neun Züge lang sorgfältig vorbereitet und wird diesen nun spielen. Schwarz besitzt hier verschiedene Antworten, die alle zu gehaltvollen und komplexen Stellungen führen. Die Hauptvariante ist sehr analysiert, strategisch interessant und wird von Spielern aller Klassen gerne verwendet.

Marshall-Angriff: 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.0-0 Be7 6.Re1 b5 7.Bb3 0-0 8.c3 d5

Ein echtes Gambit - Schwarz investiert dauerhaft den Bauern auf e5 und erhält dafür Königsangriff. Die schwarzen Chancen sind so reell, dass Weisspieler wie Garry Kasparow dem Marshall-Angriff ausweichen und damit die Hauptvariante vermeiden. Ausserdem sind die entstehenden, teils forcierten Varianten tief ausanalysiert - mangelnde Theoriekenntnisse können schnell heikel werden.

Offenes Spanisch: 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.0-0 Nxe4

Der Bauerngewinn auf e4 ist nur von kurzer Dauer, Weiss holt sich den sofort zurück. Doch die folgende Öffnung der Stellung bringt Schwarz freies Figurenspiel. Allerdings erhält Weiss eine Bauernmehrheit am Königsflügel, die Basis für einen Angriff sein kann. Offenes Spanisch wird aktuell in Großmeisterturnieren gespielt, doch die Berliner Verteidigung (s.u.) ist heutzutage beliebter.

Berliner Verteidigung: 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 Nf6

An der Berliner Mauer sind die grössten Weissspieler der Welt gescheitert. In diesem System kommt es zu schnellem Damentausch. Schwarz setzt seine Hoffnung darauf, ein minimal schlechteres Endspiel mit eiserner Zähigkeit und Läuferpaar zu verteidigen. Ist das spannend? Geht so. Kann man damit den Weissvorteil eines Top-Gegners neutralisieren? Allerdings!

Archangelsk-Variante: 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Ba4 Nf6 5.0-0 b5 6.Bb3 Bb7

Die Archangelsk-Variante ist eine zweischneidige Eröffnung, mit der Schwarz gleich aktives Gegenspiel erlangen will. Weltmeister Magnus Carlsen wendet sie gerne an. Oft geht der schwarze Läufer noch nach c5, womit beide Läufer Richtung König zielen. Andererseits kann Weiss mit c3 und d4 ein Vollzentrum anstreben.

Abtauschvariante: 1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bb5 a6 4.Bxc6

Die radikal einfache Lösung. Weiss gibt sofort sein schönes Läuferpaar her. Dafür erhält Schwarz einen Doppelbauern auf c6, der einen Nachteil im Endspiel darstellt. Die Abtauschvariante ist ein gutes Mittel, um die theoretischen Fallstricke der Hauptvarianten zu vermeiden. Mit Bobby Fischer fand sie 1972 erstmals Verwendung in einer Schachweltmeisterschaft.